Viecher in die Waschmaschine – ja oder nein?

Auf Märkten werde ich ganz oft gefragt, ob die Viecher waschbar sind. Ich bin dann immer froh, dass ich ohne mit der Wimper zu zucken „Ja!“ sagen kann. Hermann, Anneliese & Co. sind nämlich aus einem wunderbar robusten Bio-Baumwollplüsch gefertigt, das auch nach einer Runde in der Maschine noch top in Form ist. Dieser Stoff ist echt unverwüstlich und in seinen Eigenschaften durchaus mit Frottee zu vergleichen. Das bedeutet nicht, dass ich ein Viech mit einer Ladung 60°C Kochwäsche zusammentun würde…meine Empfehlung ist 30°C Feinwäsche. Und wenn ihr mich ganz genau fragt, dann würde ich euch ans Herz legen, das Viech von Hand zu waschen.

„Ans Herz legen“ ist hier genau die richtige Formulierung: Ich finde es wesentlich liebevoller und dieser handgefertigten Persönlichkeit gegenüber angemessen, wenn sie von Hand gewaschen würde. Das haben wir früher so mit meinen Kuscheltieren gemacht und ich hätte es als Kind auch nicht anders gewollt. Sicher wäre eine Maschinenwäsche für alle Beteiligten praktischer und wesentlich weniger zeitaufwändig gewesen, als ein Schaumbad im Waschbecken. Aber es wäre auch so viel unpersönlicher, ja fast schon ein bisschen respektlos gewesen… Klar werden manche jetzt denken, dass das vielleicht ein bisschen übertrieben ist. Aber für mich hat das viel mit Liebe, Achtsamkeit und Wertschätzung zu tun – alles Werte, die man seinem Kind gerne mit auf den Weg geben möchte. Zumal das Waschen weniger eine lästige Pflichtübung, sondern vielmehr eine schöne und witzige gemeinsame Aktivität ist, wenn man es richtig aufzieht.

Es gibt noch einen weiteren Punkt, der für Handwäsche spricht: die Haltbarkeit auf lange Sicht. Wir alle wissen, was häufiges Waschen in der Waschmaschine – und sei sie noch gut – mit Kleidungsstücken macht: Sie verschleißen. Bei Kuscheltieren ist es ähnlich: Häufige Touren in der Maschine lassen sie irgendwann „alt“ aussehen, der Stoff wird immer dünner und damit anfällig für „Verletzungen“ beim Spielen. Das dauert bei einem so hochwertigen Stoff wie dem von mir verwendeten Bio-Baumwollplüsch zwar seine Zeit, aber irgendwann kapituliert auch der hartnäckigste Kuschelfreund…

Fazit, ihr Lieben: Lehnt euch entspannt zurück – die Viecher kann man hervorragend in der Waschmaschine waschen. Und ich schaue euch dabei auch nicht in Geistergestalt über die Schulter und mache „Tssss Tssss“…wir alle haben viel um die Ohren und Eltern mit (kleinen) Kindern erst Recht. Da ist es definitiv eine Erleichterung, wenn man sich auf solch erprobte Mittel wie die Waschmaschine verlassen kann. Aber vielleicht denkt ihr ja beim nächsten Viecher-Wäschetermin mal drüber nach, ob ein Bad von Hand vielleicht doch eine Alternative wäre. Die Viecher würden sich jedenfalls freuen. 😉

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#52goodthings Nr. 19: Kino

Das da vorne in der ersten Reihe mit dem Popcorn – das bin ich!

Kino gehört neben Lesen zu meinen Lieblings-Abenteuern in anderen Welten. Für 2+ Stunden kann ich mich komplett aus meiner Welt ausklinken und in eine andere eintauchen – herrlich! Da nehme ich dann auch nicht wirklich wahr, was um mich herum passiert: Quatschende Leute hinter mir? Platzrangeleien, weil sich einer zu dick macht? Popcorngeknister und Colageschlürfe? Schnarchen? Kriege ich alles nicht mit, weil ich meistens völlig vom Film absorbiert bin. Deshalb kann ich auch wunderbar alleine ins Kino gehen. So wie beim „Hobbit-Marathon“, als sie alle drei Hobbit-Filme am Stück gezeigt haben. Ich und mein Popcorn saßen ca. 9 Stunden im Kino und waren happy!

(Fantasy-)Epen wie der Hobbit stehen auf Platz 2 meiner Lieblingsgenres. Auf dem unangefochtenen Platz 1: Animationsfilme von Pixar, Disney oder Dreamworks! Das überrascht jetzt nicht wirklich, oder? Als „Konsument“ liebe ich diese Art von Filmen, weil so viel Fantasie, Detail und Witz drin steckt. Und als „Kreative“ ist es für mich immer wieder beflügelnd, wenn ich sehe, was Menschen sich ausdenken können und mit welchen tollen Mitteln sie es umsetzen. Das motiviert mich, meinen eigenen Ideen nachzugehen und sie zu verwirklichen – sowas von gut! 😀

Welches Viech soll’s sein? Eltern vs. Kinder

„Guck mal hier, Spätzlein – also ich finde ja auch den grauen Hasen toll!“
Ein einfacher Satz, den ich so oder so ähnlich schon ziemlich oft auf Märkten gehört habe. Gesprochen wird er von Mama oder Papa, die neben ihrem Kind stehen, das gerade dabei ist, sich einen rosa Elefanten auszusuchen. Eigentlich ist es ja eine harmlose Äußerung. Wenn man aber wie ich auf der anderen Seite des Tisches steht und das Geschehen beobachtet, dann nimmt man häufig folgendes wahr: Das Kind, das eben noch voller Begeisterung direkt auf den rosa Elefanten zugesteuert ist und ihn mit einem triumphalen Lächeln an sich gedrückt hat, ist plötzlich verunsichert. Es hatte den grauen Hasen vorher gar nicht gesehen bzw. sich nicht dafür interessiert. Jetzt kommen Mama oder Papa und verkomplizieren die Dinge…und ich frage mich dann manchmal: „Warum macht ihr das?“

Das herrliche an (kleinen) Kindern ist, dass sie vollkommen intuitiv entscheiden: Mag ich, mag ich nicht. Wir Erwachsenen haben hingegen immer eine ganze Horde anderer Gedanken, die bewusst oder unbewusst in unserem Kopf herumturnen.

Bei dem Beispiel oben könnten die (Hinter-)Gedanken sein:

  • „Ein rosa Elefant für einen Jungen – das geht doch nicht…“
  • „Also ich würde mir den nie aussuchen…und jetzt muss ich den wahrscheinlich jeden Tag angucken…“
  • „Zum Waschen ist grau definitiv besser geeignet…“
  • „Der passt doch überhaupt nicht zu ihren Sachen…“
  • „Ich bezahle das, also darf ich auch mit aussuchen.“
  • „Sie hat doch schon so viele rosa Elefanten – da müssen wir mal ein bisschen Abwechslung reinbringen!“
  • „Rosa ist bestimmt bald out und dann landet das teure Viech in der Ecke…“

Hinter dieser Liste stecken 6 Jahre Markterfahrung…ich habe viel davon so schon gehört – glücklicherweise meistens, wenn das Kind nicht danbebenstand. Trotzdem möchte ich als „Viechermutti“ heute mal einen kleinen Apell an euch starten: Wenn ihr euch dafür entscheidet, dass euer Kind ein Viech haben darf, dann lasst es selbst aussuchen. Zumindest, wenn ihr gemeinsam vor Ort seid. Nur so wird es das Viech werden, das euer Kind wirklich toll findet und abfeiert. Viecherentscheidungen sind Bauchentscheidungen und da haben Kinder uns Erwachsenen echt Einiges voraus. Andersrum haben wir Erwachsenen den Kindern voraus, dass wir entspannt über den Dingen stehen können: „Der rosa Elefant soll es sein? Einverstanden!“ 😉

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#52goodthings Nr. 18: Reisen

Auf, auf und davon! Kennt ihr auch dieses tolle Gefühl, wenn man sich auf eine Reise macht? Diese fröhliche Aufregung, die Neugier auf das Kommende und dazu noch ein bisschen Verwegenheit, weil man sich mal wieder aus der Komfortzone wagt?! So fühlt sich das bei mir meistens an – sogar bei einem Kurztrip nach Berlin. 😉 Vermutlich liegt das daran, dass ich nicht sooooo viel reise. Ich bin auch zu Hause sehr zufrieden und genieße die Zeit an meinen gewohnten Plätzen mit den lieben Menschen und Vierbeinern, die ich so gut kenne.

Aber manchmal…da packt’s mich! Da muss dann auch was ganz Neues her. Zum Beispiel habe ich 2014 zum ersten Mal alleine eine Wanderung über mehrere Tage gemacht – richtig von Ort zu Ort mit Rucksack. Nur mein Hund Oskar war dabei und wir hatten von absoluten Naturhighlights über freundliche Begegnungen mit Fremden bis hin zu kleinen Gruselepisoden (dem Wetter und meinem Kopf geschuldet) alles dabei. Solche „Specials“ wechseln sich bei mir ganz gerne mit Städtekurztrips ab. Ein Wochenende in Berlin oder Hamburg wirkt bei mir Wunder für Inspiration, Kreativität und Motivation. Es darf gerne auch mal international gekurztript werden – Lissabon fand ich zauberhaft, London sowieso und auch Neapel kann ich sehr empfehlen.

Reisen ist für mich nicht nur Antrieb und Erneuerung. Es hilft mir auch, runterzukommen. Das hört sich jetzt ein bisschen wie ein Widerspruch an…ist es vielleicht auch. Denn nur auf Reisen kann ich so richtig abschalten. Zu Hause habe ich immer was zu tun und auch das Gefühl, dass das gut so ist. Auf Reisen kann ich mich auch mal hängen lassen, eine Stadt herumsitzend auf mich wirken lassen und – tatsächlich – auch mal ausschlafen! Deshalb zählt Reisen in mehrfacher hinsicht zu meinen #52goodthings!

Wem es auch so geht und wer noch einen zuverlässigen Reisebegleiter sucht, der einen durch dick und dünn begleitet, dem sei ein Taschenmonster empfohlen. Die kleinen Typen passen wirklich in jedes Reisegepäck, machen jeden Quatsch mit und sind immer für euch da, wenn ihr mal einen kleinen moralischen Boost braucht. Schaut einfach hier oder direkt in meinem DaWanda Shop vorbei! 🙂

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Hochzeitstaschenmonster – da läuten die Glocken!

Ihr kennt die Taschenmonster ja als kleine Kumpel und Begleiter in allen Lebenslagen. Da ist es nur konsequent, wenn es auch ein Taschenmonster-Hochzeitspaar gibt, oder?! Wie ihre unverheirateten Kollegen, haben auch diese beiden wichtige Aufgaben zu erfüllen – in ihrer Jobbeschreibung steht:

Hellö!
Wir sind eure Hochzeitstaschenmonster!
Als kleine Begleiter, Daumendrücker und Zuhörer springen wir gerne ein, wenn einer von euch mal nicht beim anderen sein kann. Wir sind extra so klein, dass wir in jede Tasche passen – so können wir immer bei euch sein, wenn ihr uns braucht. Gemeinsam gehen wir durch dick und dünn! Hurra!

Diese Jobbeschreibung steht dem Anlass entsprechend auf einer Klappkarte. Wer möchte, kann noch ein paar persönliche Worte dazuschreiben oder ein Geldgeschenk mit dazulegen. Vielleicht noch ein bisschen Herzkonfetti für den großen Auftritt… 😉

Der Haarschmuck der Braut und die Revers-Blume des Bräutigams sind in den Farben variabel. Ihr könnt wählen zwischen Weiß, Rosa, Rot und Pink. Bitte schreibt das bei eurer Bestellung mit dazu. 🙂 Bestellen könnt ihr wie immer im Annimi DaWanda Shop oder direkt unter anni(at)annimi.de

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#52goodthings Nr. 17: einen Plan haben

Gestern hatte ich keinen Plan.

Bis auf eine Räumaktion am Vormittag (neuer Wohnzimmerteppich, yay!) hatte ich nichts Konkretes auf dem Schirm. Und das Gefühl fand ich so blöd, dass ich direkt wusste, worum es in meinem Challengebild für diese Woche gehen soll: Ich finde es nämlich ziemlich gut, einen Plan zu haben – egal, ob es um tägliche To-Do-Listen, längerfristige Annimi-Aktionen, Reisen oder nen Einkaufszettel geht. Ja, in mir steckt ein kleiner Kontrolletti…aber ich habe festgestellt, dass es mich insgesamt weiter bringt, mir konkret Dinge vorzunehmen. Ich bin mit einem Plan produktiver, motivierter und kann meinen Tag/meine Woche/whatever besser einteilen. Und ich fühle mich gut, weil ich mich und meine Ziele (und wenn sie noch so klein sind) ernst nehme.

Klar lasse ich auch mal Dinge sausen: Manchmal passen die ganzen Sachen eben nicht in einen Tag oder es kommt was Unerwartetes dazwischen oder ich habe spontan viel mehr Lust, an dieser und nicht jener Illustration zu arbeiten. Da versuche ich, auf mein Bauchgefühl zu hören, und das berät mich meistens ziemlich gut. Und jetzt verrate ich euch noch ein paar meiner Pläne für diese Woche:

  • Ich werde an einem monstermäßigen Buchprojekt weiterarbeiten.
  • Ich werden die neuen Hochzeitstaschenmonster in meinen DaWanda Shop stellen.
  • Ich werde mir einen Reiseplan für meinen kommenden London-Besuch machen. (Ha!)

Und was habt ihr so vor? 🙂

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Wenn eine liebe Freundin geht,…

…dann möchte man, dass sie es so tut: Freudig, den Blick nach vorne gerichtet und mit einem großen Sprung über den Regenbogen!

Als ich von einer Kundin angegesprochen wurde, ob ich für sie eine Adaption meines Anneliese Bildes machen würde, musste ich nicht lange überlegen. Im Gegenteil – ich habe mich gefreut und fühlte mich beschenkt, so einen herzensnahen Auftrag zu bekommen! Ich hoffe, dass ihr das Bild den Übergang von – so wie sie sagt – „Trauer Lucky verloren zu haben“ zu „Dankbarkeit mit Lucky Lebenszeit geteilt zu haben“ erleichtert.

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Wer hilft der kleinen Henne beim Brot backen?

Stellt euch vor, ihr wohnt mit euren drei Kindern in einer WG. Auf einem Bauernhof. Und ihr seid die Einzige in der WG, die die vielen Dinge tut, die auf so einem Bauernhof anfallen: Korn sähen, Korn ernten, Korn mahlen, Brot daraus backen…alle anderen liegen faul rum, haben was Besseres zu tun oder beschweren sich über irgendwas. Würdet ihr am Ende euer Brot mit ihnen teilen? Diese Frage muss sich die kleine rote Henne stellen, denn ihr geht es genauso: Es steht viel Arbeit an und von ihren Mitbewohnern – einem faulen Hund, einer schläfrigen Katze und einer lärmenden Ente – ist keine Hilfe zu erwarten…

Die Geschichte der kleinen roten Henne ist eine Nacherzählung eines Volksmärchens von Pilar Martínez. Passend dazu wurde die kleine Henne von Illustrator Marco Somà in eine charmante 50er-Jahre-Landleben-Optik versetzt – die erdigen, mediterranen Töne schicken einen gedanklich direkt nach Spanien oder Italien. Schön sind die liebevollen Details und die Fröhlichkeit, mit der die Henne und ihre Küken die Aufgaben angehen. Denn die drei Kleinen sind immer mit von der Partie: da wird gepickt, geschleppt, geerntet – was man als Hühnerkind halt so tun kann.

Als Menschenkind von heute wird man sich vermutlich wundern, wieviel Arbeit in so einem 50er-Jahre-Brot steckt und welche Gerätschaften man für Ernte & Co. verwendet hat. Ein schönes Learning nebenbei in einem sympathischen Buch, bei dem es um das große Thema Hilfsbereitschaft geht. Es heißt ja nicht umsonst: „Du erntest, was du sähst“.

Infos zum Buch

Pilar Martínez (Text), Marco Somà (Illustration)
Die kleine rote Henne
ISBN: 978-3-905945-67-6
ab 4 Jahren
erschienen im aracari Verlag

 

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#52goodthings Nr. 16: Schlafen

Das könnte ich sein, wenn ich müde bin. Gebt mir eine halbwegs bequeme Seitenlage und ich schlafe ein – egal, was um mich herum so vorgeht. Eine Eigenschaft, die ich offensichtlich mit Anneliese teile – selbst ein Abenteuerschwein muss mal ne Pause machen.

Das Bild ist aus Annelieses Geschichte entnommen. Es passte so gut, denn Schlafen empfinde ich als eine wirklich gute Sache. Vermutlich ist das auch der Grund, warum ich es in die Geschichte mit eingebaut habe. Man kann ja viel in Action sein, sich von einer Liane zur anderen schwingen und abenteuerliche Dinge unternehmen. Aber zwischendrin muss auch mal Zeit sein, um sich auszuruhen. Erst hatte ich gedacht, dass ich Anneliese ein Picknick machen lassen. Aber dann kam mir die Idee mit dem Nickerchen (mache ich auch seeeehr gerne!) und die fand ich dann noch um Klassen besser. Und so nickert das kleine Schwein jetzt auf der Nase eines freundlichen Inselbewohners mit einem lauschigen Vulkanausbruch im Hintergrund… 😉

Viecher nach Spielzeugnorm EN-71 – was steckt dahinter?

Ich werde öfter mal gefragt, ab wieviel Jahren die Viecher geeignet sind und ob man sie schon zur Geburt verschenken kann. Ein klares JA!
Die Viecher sind für Babys ab 0 Jahren geeignet und können mit gutem Gefühl auch schon den Kleinsten der Kleinen geschenkt werden. Warum ich da so sicher bin? Weil ich sie gemäß der Spielzeugnorm EN-71 herstelle und sie in diesem Rahmen zahlreiche Tests durchlaufen haben. Ich gebe euch hier mal einen Überblick, was es mit der Spielzeugnorm auf sich hat und was das für die Viecher und meine Arbeit an und mit ihnen bedeutet:

Spielzeugnorm?! Was ist das und wofür ist es gut?
Jeder, der gewerblich Spielzeug herstellt, ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Spielzeugrichtlinie 2009/48/EG zu erfüllen. Darin stehen – teilweise recht vage formulierte – Anforderungen an physikalische und mechanische Eigenschaften, Entzündbarkeit, chemische Eigenschaften, elektrische Eigenschaften, Hygiene und Radioaktivität (!) des Spielzeugs. Die Spielzeugnorm EN-71 bringt hier Klarheit: Sie beschreibt konkret, welche Tests das jeweilige Spielzeug durchlaufen muss, um die Richtlinie zu erfüllen. Diese Tests kann man unter bestimmten Bedingungen selbst durchführen und die Ergebnisse in einer technischen Dokumentation festhalten. Teil dieser Dokumentation ist die EG-Konformitätserklärung – damit bestätige ich als Hersteller, dass die Viecher die Richtlinie erfüllen. Für euch ist das äußerlich über das CE-Zeichen sichtbar, das auf jedem Viecher-Etikett steht.

Welche Tests müssen die Viecher durchlaufen?
Puh, ich kann euch sagen, die haben was hinter sich! Von jedem Viech habe ich einen Testkandiaten gefertigt und der musste dann ran. Zum einen gibt es die Tests der physikalischen und mechanischen Eigenschaften: Dabei werden z.B. Ohren und Beine der Viecher verdreht und mit ordentlich Schmackes langgezogen (10 kg!). Man testet so, ob die Nähte halten und sich keine verschluckbaren Kleinteile lösen. Die Viecher haben das Geziehe mit Bravour gemeistert – sogar die Taschenmonster mit ihren kleinen Beinchen! Das macht einem schon mal ein super Gefühl in Sachen Verarbeitung.

Danach kommt die Sache mit der Waschbarkeit. Da meine Viecher für Kinder ab 0 Jahren geeignet sein sollen, war es vollkommen klar, dass sie auch eine Maschinenwäsche aushalten müssen: Feinwaschgang 30° C. Klar find ich’s schöner, wenn man sie von Hand wäscht, weil das liebevoller ist. Aber wenn ihr’s eilig habt, dann können die Herrschaften auch mal ne Runde in der Trommel drehen. Die Dreherei und Zieherei an Ohren und Beinen wurde nach dem Waschen übrigens erfolgreich wiederholt.

Danach geht’s an den Entflammbarkeitstest: Ist das Material brennbar und wenn ja, wie schnell breiten sich die Flammen aus? Auch dazu gibt es genau Vorgaben. Ihr könnt euch vorstellen, dass mir dieser Test besonders schwer gefallen ist – ein Viech anzuzünden und das Ganze dann auch noch zu filmen…böh… Jetzt habe ich ein paar angekokelte Märtyrer zu Hause rumliegen…aber ihr heldenhafter Einsatz war nicht umsonst: Den Brenntest haben alle bestanden.

Last but eigentlich first: die Auswahl der Materialien. Es gibt genaue Vorgaben, welche Stoffe in welcher Konzentration in den verwendeten Materialien enthalten sein dürfen. Gerade bei Kuscheltieren, die ja im besten Fall (für Viech und Kind) lange und viel Hautkontakt haben, muss man hier ganz sicher sein, dass die Qualität stimmt. Ich beziehe meine Materialien von Herstellern, die A) die Eignung nach Spielzeugnorm bestätigen können oder B) ein GOTS-zertifizierter Betrieb sind oder C) von denen mir Sicherheitsdatenblätter vorliegen. Dass ich überwiegend Bio-Materialien verarbeite, ist natürlich noch ein schöner Bonus in Sachen Nachhaltigkeit. 🙂

Warum haben die Viecher jetzt alle eine Nummer?
Die Sache mit den Nummern finde ich persönlich etwas lästig…zumindest bei den Taschenmonstern ist das ein ganz schöner administrativer Aufwand: Etiketten zuschneiden, Nummer drauf kleben, am TM festmachen, in einer Tabelle aufschreiben, welches TM welche Nummer hat und wann es gefertigt wurde… Aber genau darum geht’s bei der Sache: die Nachverfolgbarkeit. Sollte mit einem Viech mal etwas sein, kann ich so genau nachvollziehen, wann und mit welchem Material es gefertigt wurde.

Hast du das ganz allein gemacht?
Jein. Ich habe mich zuerst schlau gelesen – die Spielzeugrichtlinie gibt’s frei im Netz, die Leitlinien dazu auch und die Norm EN-71 habe ich in der Uni-Bib Hannover durchgearbeitet. Im Netz gibt es zudem Dokumente und Blogbeiträge, die einem eine erste Vorstellung der ganzen Sache geben.

Bei meinen Recherchen bin ich dann auch auf den Verein Wir machen Spielzeug e.V. gestoßen. Über die Mitgliedschaft hatte ich Zugang zum Vereinsforum und der Facebook-Gruppe und konnte mir dort auch viele Infos und Anregungen holen.

Bei den Tests haben mich dann mein Mann und mein Papa unterstützt – mit kräftigen Händen, Erfindergeist, dem Finger auf dem Kamera-Auslöser und der sonstigen technischen Ausstattung (Bunsenbrenner!). 🙂

Ihr seht also: Die Viecher und ich haben mittlerweile so Einiges zusammen durch. Umso größer sind die Freude und der Stolz, sie unters Volk zu bringen! 😀

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